Berlin im Frühjahr 2026. Friedrich Merz regiert im Kanzleramt, das schwarz-rote Bündnis steht. Doch unter der glänzenden Oberfläche der Macht brodelt es gewaltig. Während die SPD in ihren Hinterzimmern an einem neuen Grundsatzprogramm bastelt, das so weit nach links driftet, dass man fast schon die Kompassnadel verliert, stellt sich die Frage: Wo bleibt eigentlich das Profil der Union? Wo ist die bürgerliche Kante geblieben, für die Millionen Menschen im Land ihr Kreuz bei der CDU gemacht haben?
Es ist ein gefährliches Spiel, das die Christdemokraten derzeit spielen. Man verwaltet die Macht, aber man riskiert, dabei die eigene Identität zu verlieren. Während die Genossen um Lars Klingbeil davon träumen, den Sozialstaat noch weiter aufzublähen und die Schuldenbremse endgültig zu beerdigen, scheint die CDU-Führung oft wie gelähmt. Man will den Koalitionsfrieden nicht gefährden, sagt man. Aber zu welchem Preis?
Der Mann der Vernunft: Johannes Winkel als Gewissen der Partei
Mitten in diesem Spannungsfeld bewegt sich ein Mann, der so gar nicht in das Klischee des lauten Rebellen passt. Johannes Winkel, der Chef der Jungen Union, ist zum heimlichen Protagonisten derer geworden, die sich nicht mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zufriedenreben wollen. Winkel ist kein Marktschreier. Er ist kein „Rentenrebell“, wie ihn manche Medien gern taufen würden. Er ist vielmehr ein Vertreter der Vernunft, ein Mann des Pragmatismus, der mit kühlem Kopf für das kämpft, was eigentlich Kernkompetenz der CDU sein sollte: Generationengerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft.
Wenn Winkel den Finger in die Wunde legt, etwa beim Thema Rentenreform, dann tut er das nicht, um Friedrich Merz zu stürzen. Er tut es, weil er weiß, dass die mathematischen Gesetze der Demografie nicht durch linke Wunschträume außer Kraft gesetzt werden können. Er ist das schlechte Gewissen einer Partei, die droht, sich im Regierungsalltag zu sehr an den Juniorpartner SPD anzupassen. Sein Auftreten ist „smart in der Sprache, aber hart in der Sache“. Genau diese Mischung aus Sachlichkeit und Standhaftigkeit ist es, was die Basis derzeit so schmerzlich vermisst.
Die Flügelkämpfe und die Hoffnungsträger Wüst und Günther
Doch Winkel steht nicht allein. In den Bundesländern zeigen Schwergewichte wie Hendrik Wüst und Daniel Günther, wie man Wahlen gewinnt. Wüst, der Landesvater in Nordrhein-Westfalen, beherrscht das Spiel der großen Bühne. Er weiß, wie man modern auftritt, ohne die konservativen Wurzeln komplett zu kappen. Daniel Günther wiederum beweist im hohen Norden, dass man auch mit einem liberal-konservativen Kurs breite Schichten ansprechen kann. Beide tun auf ihre Weise genau das, was die Union jetzt braucht: Sie halten die Partei zusammen, während sie gleichzeitig versuchen, sie für die Zukunft fit zu machen.
Und dann ist da noch Jens Spahn. Er agiert oft als der rhetorische Degen der Fraktion. Spahn ist keiner, der den Konflikt scheut. Er ist derjenige, der die inhaltliche Auseinandersetzung mit der SPD sucht und dabei die konservativen Werte wieder klarer benennt. Jeder dieser Männer kämpft auf seine Art für die Partei, doch die große Frage bleibt: Finden sie zu einer gemeinsamen Linie, die stark genug ist, um dem Linkskurs der SPD etwas entgegenzusetzen?
Die schweigende Mehrheit will keine Experimente
Das Problem ist offensichtlich: Deutschland ist im Kern kein linkes Land. Umfragen zeigen immer wieder deutlich, dass weit über 50 Prozent der Bürger eine Politik wünschen, die auf Eigenverantwortung, Sicherheit und wirtschaftlicher Stabilität basiert. Sie wollen keine links-sozialen Experimente, keine uferlose Ausweitung des Bürgergeldes und keine Politik, die Leistungsträger bestraft, um Klientelpolitik zu betreiben.
Die SPD arbeitet derweil fleißig an ihrem „Links-Rutsch“. Wer das neue Programm der Genossen liest, erkennt schnell: Hier wird nicht mehr um die Mitte gerungen, hier wird der Abschied von der sozialen Marktwirtschaft vorbereitet. Es ist eine Politik der Umverteilung, die am Ende nur eines zur Folge hat: Stillstand.
Zurück zu den Wurzeln: Der Befreiungsschlag ist überfällig
Die CDU darf sich nicht länger vom kleineren Koalitionspartner diktieren lassen, wie die Zukunft dieses Landes aussieht. Es ist Zeit, sich aus dem Klammergriff der SPD zu lösen. Ein Kanzler Merz muss zeigen, dass er nicht nur verwalten kann, sondern dass er die Richtlinien der Politik bestimmt – und diese Richtlinien müssen wieder erkennbar konservativ sein.
Das bedeutet nicht, dass man zurück in die 1980er Jahre muss. Es bedeutet aber, dass man den Mut haben muss, Wahrheiten auszusprechen, die wehtun. Man kann nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. Man kann die Sozialsysteme nicht stabilisieren, indem man die Jungen bis zum Gehtnichtmehr belastet. Und man kann das Vertrauen der Bürger nur zurückgewinnen, wenn man sie wieder ernst nimmt und nicht jede kritische Stimme als rechts abtut.
Die Union muss wieder die Partei sein, die für Ordnung, Leistung und den Schutz des Eigentums steht. Wenn sie das schafft, wenn sie Johannes Winkels Pragmatismus und die Gestaltungskraft eines Wüst oder Spahn bündelt, dann hat sie eine echte Chance, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen. Die Menschen warten darauf. Sie warten auf eine Union, die nicht nur regiert, sondern führt.
Es ist Zeit für CDU pur. Alles andere wäre ein Verrat an den Wählern, die sich nach einer klaren, konservativen Alternative sehnen. Der Kurs muss wieder nach rechts-mitte zeigen, weg von den linken Träumereien der SPD, hin zu einer Politik der Vernunft.
