Politik

Der besten Wahlkampfhelfer der AfD sitzen in Berlin

KI-Faktencheck: Überwiegend stimmig – zur Begründung springen
Ein Kommentar von Redaktion NOWO1 mit KI-Unterstützung 4 Minuten Lesezeit

Wie die etablierten Parteien der AfD den roten Teppich ausrollen

Es gibt in der deutschen Politik eine Gesetzmäßigkeit, die so simpel ist, dass man sich wundert, warum sie im Berliner Betrieb offenbar niemand begreifen will: Wer einen politischen Gegner permanent zum absoluten Feind erklärt, wer ihn ausgrenzt, umzingelt und mit einer Mauer des Schweigens oder der moralischen Empörung umstellt, der verleiht ihm genau die Bedeutung, nach der er sich sehnt. Man macht ihn nicht kleiner. Man macht ihn zum Märtyrer. Und Märtyrer wachsen bekanntlich in dem Boden am besten, den ihre Verfolger für sie düngen.

Die These, ein geschlossenes Bündnis aller anderen Parteien schwäche die AfD, ist ein Denkfehler mit langer Halbwertszeit. In Wahrheit passiert das Gegenteil. Jeder Wähler, der sich abwendet, spürt instinktiv, wenn man ihm die Wahl abnimmt, bevor er sie überhaupt getroffen hat. Und genau das geschieht seit Jahren.

Nehmen wir den klassischen Fall: Da gibt es Menschen, die möchten konservativ wählen. Sie kreuzen die Union an, weil sie sich davon eine bürgerliche, wertkonservative, wirtschaftsliberale Politik erhoffen. Was sie am Ende bekommen, hängt von der Arithmetik in Land und Bund ab – mal ein schwarz-grünes Konstrukt, mal ein rot-schwarzes, in manchen Regionen sogar ein Bündnis, das noch weiter nach links reicht. Der Wähler hat sein Kreuz gesetzt, und trotzdem wird er von einer Konstellation regiert, die mit seinen ursprünglichen Vorstellungen wenig gemein hat. Er fühlt sich vorgeführt. Und irgendwann fragt er sich, ob es überhaupt noch einen Unterschied macht, wo er sein Kreuz platziert.

An dieser Stelle beginnt die eigentliche Wanderung. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Frust. Der Mann oder die Frau am Küchentisch mag mit den Personen an der Spitze der Alternative wenig anfangen können. Er mag ihre Rhetorik als schrill empfinden, ihre außenpolitischen Positionen als abenteuerlich, ihren Umgangston als abstoßend. Und trotzdem landet sein Blick dort, weil ihm die übrigen Angebote nur noch als austauschbare Variationen desselben Themas erscheinen. Es ist ein Protest, kein Bekenntnis.

Man darf das nicht missverstehen. Wer die Alternative kritisiert, muss nichts beschönigen. Wenn deren Vorsitzende behauptet, es regne, dann scheint deswegen noch lange nicht die Sonne. Populistische Vereinfachung bleibt Vereinfachung, egal wie geschickt sie verpackt ist. Aber genau das ist der Punkt: Man muss diese Partei nicht künstlich dämonisieren, um sie zu entzaubern. Man müsste sie schlicht besser regieren als sie es verspricht. Und daran hapert es.

Die eigentliche Wurzel des Aufstiegs liegt nämlich nicht in der Schlauheit der Alternative, sondern im Versagen der anderen. Es war die Politik der Merkel-Jahre, die die Tür für den Aufstieg der Ränder weit aufgestoßen hat. Als 2015 die Kontrolle über die Zuwanderung faktisch aufgegeben wurde, entstand ein Zustand, in dem viele Bürger den Eindruck gewannen, der Staat habe die Steuerung über seine eigenen Grenzen verloren. Bestehende Regeln – etwa der Grundsatz, dass Schutzsuchende, die über ein sicheres Drittland einreisen, nicht ohne Weiteres Anspruch auf ein Verfahren in Deutschland haben – wurden in der Praxis ausgesetzt. Für viele Menschen war das nicht Humanität, sondern Kontrollverlust.

Man kann über die moralische Dimension dieser Entscheidung endlos streiten. Was sich politisch aber nicht wegdiskutieren lässt: Ein erheblicher Teil der Bevölkerung fühlte sich mit seinen Sorgen nicht mehr ernst genommen. Wer damals Bedenken äußerte, wurde schnell in eine Ecke gestellt, in die er eigentlich nicht gehörte. Und wer sich in eine Ecke gedrängt fühlt, sucht sich irgendwann jemanden, der so tut, als würde er dort auf ihn warten.

Genau das ist die Ironie der ganzen Debatte. Die etablierten Parteien beklagen den Zulauf zur AfD, doch sie haben ihn selbst mitproduziert – durch verweigerte Kurskorrekturen, durch das Gefühl, dass demokratische Wahlen keinen wirklichen Politikwechsel mehr herbeiführen, und durch die Reflexhaltung, jede unbequeme Frage sofort mit dem moralischen Zeigefinger zu quittieren. Die sogenannte Brandmauer wird von ihren Erbauern gern als Bollwerk der Demokratie verkauft. Für nicht wenige Wähler wirkt sie jedoch wie ein Beweis dafür, dass die Mächtigen sich gegen den Willen eines wachsenden Teils der Bevölkerung verbünden.

Die Lösung wäre unbequem, aber sie ist naheliegend. Statt die Alternative durch demonstrative Geschlossenheit zu adeln, müssten die anderen Parteien die Themen, die sie groß gemacht haben, ernsthaft bearbeiten. Ordnung bei der Migration, spürbare wirtschaftliche Entlastung, ein Staat, der funktioniert. Kurz: Politik, die den Wähler wieder das Gefühl gibt, dass seine Stimme etwas bewegt. Das ist mühsamer als jede Ausgrenzungsstrategie, aber es ist der einzige Weg, der wirkt.

Denn eines ist sicher: Eine Partei, die von ihren Gegnern permanent zum Zentrum aller Aufmerksamkeit erklärt wird, könnte sich keinen besseren Wahlkampfmanager wünschen. Sie muss selbst kaum etwas tun. Die anderen erledigen die Arbeit für sie – Tag für Tag, mit jedem empörten Ausschluss, mit jeder verpassten Chance, es einfach besser zu machen.

Text: Svenski mit KI Unterstützung

Der KI-Faktencheck

Überwiegend stimmig

Fazit: Die Koalitionsbeispiele und die zeitweilige Aussetzung von Zuständigkeitsprüfungen 2015 sind belegt; beim Drittstaatenrecht unterscheidet der Artikel nicht ausreichend zwischen Asylberechtigung und Schutzverfahren. Auf Grundlage der bestätigten Fakten kann man die Sache so sehen wie der Autor. Eine andere Sichtweise versteht die Abgrenzung zur AfD als Schutz demokratischer Institutionen.

Details anzeigen: 5 geprüfte Aussagen, Quellen und EinordnungDetails ausblenden

Daten und Fakten geprüft

  • Bestätigt:

    Die Union bildet auf Landesebene Koalitionen mit den Grünen. Bestätigt

    Ein dokumentiertes Beispiel ist Nordrhein-Westfalen: Hendrik Wüst wurde am 28. Juni 2022 erneut zum Ministerpräsidenten gewählt und führte anschließend eine Koalition aus CDU und Grünen. Quelle: landtag.nrw.de

  • Bestätigt:

    Union und SPD regieren gemeinsam. Bestätigt

    CDU, CSU und SPD unterzeichneten am 5. Mai 2025 ihren Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode. Die im Artikel beschriebene Verbindung von Union und SPD ist damit belegt. Quelle: bundesregierung.de

  • Bestätigt:

    Regional gibt es Unionsbündnisse mit weiteren Partnern neben der SPD. Bestätigt

    In Thüringen wurde am 13. Dezember 2024 das Kabinett aus CDU, BSW und SPD vereidigt. Die politische Einordnung dieses Bündnisses als weiter links ist eine Bewertung und wird nicht geprüft. Quelle: thueringer-landtag.de

  • Ungenau:

    Die sichere Drittstaatenregelung begründet grundsätzlich einen fehlenden Anspruch auf ein Verfahren in Deutschland. Ungenau

    Die Drittstaatenregelung betrifft die Asylberechtigung nach Artikel 16a GG, nicht generell den Zugang zu einem Schutzverfahren. Bei Einreise aus EU-Staaten richtete sich die Zuständigkeit 2015 nach Dublin-Regeln; eine bloße Durchreise schloss ein deutsches Verfahren nicht aus. Quelle: bverwg.de

  • Bestätigt:

    2015 wurden bestehende Asylregeln in der Praxis zeitweise ausgesetzt. Bestätigt

    Die Wissenschaftlichen Dienste dokumentieren, dass zeitweilig Prüfungen der Dublin-Zuständigkeit ausgesetzt wurden. Das betraf die Verwaltungspraxis; die Dublin-III-Verordnung blieb in Kraft und erlaubte Deutschland, Verfahren durch Selbsteintritt zu übernehmen. Quelle: bundestag.de

Andere Sichtweisen

Befürworter der Brandmauer argumentieren, dass politische Abgrenzung demokratische Institutionen schützt und eine Normalisierung extremistischer Positionen verhindert. Koalitionen über politische Lager hinweg werden auch als Möglichkeit verstanden, parlamentarische Mehrheiten zu bilden und unterschiedliche Wählerinteressen durch Kompromisse zu berücksichtigen.

Machart

Der Text ist ein politischer Kommentar, der seine Argumentation auf Koalitionskonstellationen und die Migrationspolitik von 2015 stützt. Seine Deutungen von Wählermotiven, politischen Ursachen und möglichen Lösungen bleiben außerhalb der Tatsachenbewertung.

Automatisch erstellt von einer KI mit Websuche am 18. Oktober 2026. Der Check kann Fehler enthalten und ersetzt keine redaktionelle Prüfung. Meinungen und Wertungen werden nicht als richtig oder falsch bewertet. So prüfen wir

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