Moskau in Flammen: Ukraine trifft Putins Ölraffinerie – Kreml droht mit Rache

FOTO: KI-generiert

Mit einem der heftigsten Drohnenangriffe seit Beginn des Krieges hat die Ukraine die russische Hauptstadt erschüttert. Im Zentrum der Attacke stand eine große Ölraffinerie im Südosten Moskaus, die nach offiziellen Angaben schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. In den sozialen Medien verbreiteten sich Aufnahmen, auf denen mehrere Feuer in der Anlage zu erkennen sind. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte, dass einige Drohnen ihr Ziel tatsächlich erreichten.

Nach jüngsten Angaben der russischen Flugabwehr wurden mehr als 190 Drohnen über der Region abgefangen. Sobjanin sprach von einer der gravierendsten Attacken, die Moskau seit Kriegsbeginn erlebt habe. Landesweit meldete das russische Militär die Abwehr von über 550 Drohnen in einer einzigen Nacht.

Doch zahlreiche Augenzeugenvideos legen offen, wie überfordert die russische Luftabwehr in einigen Momenten wirkte. Auf manchen Aufnahmen halten Drohnen trotz Gewehrsalven unbeirrt ihren Kurs, in anderen verfehlt ein Abwehrgeschoss sein Ziel knapp. In einem Fall stürzte eine getroffene Drohne nicht in der Luft, sondern explodierte in einem Gartenfachmarkt nahe der Raffinerie. Die Echtheit dieser Videos ließ sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Über das genaue Ausmaß der Zerstörungen an der Anlage liegen keine offiziellen Zahlen vor. Das unabhängige Portal „Astra“ identifizierte anhand von Videomaterial mindestens fünf Brandherde auf dem Gelände. Daneben sollen ein Wohnhaus in der Stadt sowie ein Hochhaus im Umland beschädigt worden sein, wie der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, mitteilte. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Aus Sicherheitsgründen mussten die vier Moskauer Flughäfen für mehrere Stunden den Betrieb einstellen, was zu Verspätungen und Flugausfällen führte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekannte sich öffentlich zu dem Angriff und ordnete ihn in eine Reihe von „Langstrecken-Sanktionen“ gegen die russische Ölindustrie ein. Er bezeichnete die Aktion als Reaktion auf anhaltende russische Angriffe und verwies dabei besonders auf den Beschuss des Kyjiwer Höhlenklosters Mitte Juni. Sein Land, so betonte Selenskyj, habe diesen Krieg nie gesucht und strebe ein rasches Ende an. Zugleich kündigte er entschlossene Antworten an, sollte Moskau die Kämpfe fortsetzen.

Moskau reagierte mit Vergeltungsdrohungen. Außenminister Sergej Lawrow erklärte, Kremlchef Wladimir Putin habe bereits weitere massive Schläge gegen die Ukraine angekündigt, die die Armee fortlaufend umsetzen werde.

Die betroffene Raffinerie im Stadtteil Kapotnja gehört zum Konzern Gazpromneft und zählt mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von elf Millionen Tonnen zu den größten Anlagen des Landes. Sie versorgt einen wesentlichen Teil Moskaus mit Treibstoff. Bereits zum dritten Mal geriet sie ins Visier ukrainischer Angriffe, der vorherige Schlag lag erst zwei Tage zurück.

Auffällig ist erneut der Zeitpunkt: Die Attacke fiel mit einem internationalen Großereignis zusammen, das Putin ausrichtete – dem ASEAN-Gipfel in Kasan. Schon Anfang Juni hatte Kiew während des Wirtschaftsforums in St. Petersburg ein Tanklager in Brand geschossen.

Seit über vier Jahren wehrt sich die Ukraine gegen die russische Invasion. In den vergangenen Monaten richtet sie ihre Angriffe verstärkt gegen Raffinerien, Tanklager und Pumpstationen im russischen Hinterland, um die Treibstoffversorgung der Truppen und die Finanzierung des Krieges zu treffen. Neben Moskau wurden weitere russische und besetzte Gebiete attackiert. In Belgorod kam ein Mensch ums Leben, in mehreren Regionen wurden Verletzte gemeldet.