Politik
Drei SPD-Politikerinnen in Rot: Bärbel Bas, Manuela Schwesig und Carmen Wegge (v. l.). Bild: KI-gestützte Fotomontage

„Sexismus mit System“ – Die Doppelmoral der SPD

KI-Faktencheck: Stimmig – zur Begründung springen
Ein Kommentar von Svenski (Pseudonym) mit KI-Unterstützung 4 Minuten Lesezeit

Wer SPD-Frauen kritisiert, ist ein Sexist. Wer Alice Weidel beschimpft, macht Satire.

„Sexismus mit System“. Mit diesen drei Worten hat SPD-Frauen-Chefin Carmen Wegge am Wochenende die Kritik der Union an Manuela Schwesig erledigt. Nicht Schwesigs Argumente wurden gewogen. Ihr Geschlecht reichte. Das ist der Trick, und er funktioniert seit Jahren: Sobald eine linke Politikerin unter Druck gerät, wird aus dem Streit um die Sache ein Vorwurf gegen den Kritiker. Man muss es so klar sagen: Das ist Schwachsinn. Und es ist ein Schwachsinn mit Absicht.

Drei Stufen, und die Sache ist weg

Was war passiert? Die Union hatte Bärbel Bas vorgeworfen, dass ihr Ministerium die im Juli vereinbarten Gesetze zu Rente und flexibleren Arbeitszeiten nicht vorlegt. Das ist hart, aber es ist Politik. Bas trat zurück, sie trauert um ihre Stieftochter, und niemand mit Anstand hat dafür etwas anderes als Mitgefühl.

Dann kam Stufe zwei. Manuela Schwesig nannte die Kritik der CDU „unmenschlich und rücksichtslos“ und warf dem Kanzler persönlich vor, die Lage von Bas gekannt und trotzdem weitergemacht zu haben. Merz bestreitet das. Beweise? Keine. Als die Union zurückschlug und Fraktionsvize Middelberg von drei Nummern zu weit sprach, kam Stufe drei: Carmen Wegge erklärte, die Union habe Angst vor starken SPD-Frauen, Frauen mit Macht würden nicht politisch gestellt, sondern persönlich angegriffen.

Aus einer Verzögerung von Gesetzen wurde Unmenschlichkeit, aus Unmenschlichkeit wurde Sexismus. Mit jeder Stufe verschwand ein Stück Sache. Und im selben Atemzug forderten die SPD-Frauen, das Ministerium müsse wieder mit einer Frau besetzt werden. Das Geschlecht als Schutzschild gegen Kritik und zugleich als Argument für den Posten. Beides zugleich geht nicht.

Schwesig: austeilen ja, einstecken nein

Besonders dreist ist die Rolle von Manuela Schwesig. Sie hat die Eskalation begonnen. „Unmenschlich“ ist das schärfste Wort, das die Politik kennt, und sie hat es wegen verspäteter Gesetzentwürfe auf den politischen Gegner geworfen. Wer so austeilt, kann sich hinterher nicht über den Ton beschweren. Und schon gar nicht andere für sich beschweren lassen.

Schwesig hat ihren Wahlkampf in Schwerin als „Frau gegen Blau“ geführt, als Kampfansage. Sie wird als nächste SPD-Vorsitzende gehandelt. Eine Frau, die nach dem Kanzleramt greift, verlangt Samthandschuhe? Das ist nicht stark, das ist bequem. Und Schwesig weiß, wie sich harte Kritik anfühlt: In der Affäre um ihre Klimastiftung hat die Opposition monatelang ihren Rücktritt gefordert. Damals verteidigte sie sich mit Argumenten, nicht mit ihrem Geschlecht. Heute, wo es um Posten geht, ist Kritik an ihr plötzlich „Angst vor starken Frauen“. Wie praktisch.

Und die Demontage von Bärbel Bas? Die begann nicht in der CDU. Sie begann in der SPD. Schon im Sommer wurde parteiintern über einen Neustart an der Spitze spekuliert, Hoffnungsträgerin: Manuela Schwesig. Nach ihren 35,5 Prozent am 20. September war es dann so gut wie amtlich: „Schatten-Vorsitzende“ nannte sie das ZDF, „die eigentliche Chefin“ der Tagesspiegel. Am Morgen danach stand Schwesig im Willy-Brandt-Haus neben Bas und Klingbeil und spielte Oppositionsführerin gegen die eigene Koalition. Eine Ansage an Merz, aber ebenso an die beiden Vorsitzenden. Im Wahlkampf hatte sie die Rente mit 63 gegen „Herrn Merz“ verteidigt, als hätte nicht Bärbel Bas selbst diese Idee als Teil eines Gesamtkonzepts vertreten. Drei Wochen später war Bas weg.

Die Frau, die Bas im eigenen Haus zur Nummer zwei gemacht hat, wirft jetzt der Union vor, Bas unmenschlich behandelt zu haben. Das ist nicht Solidarität. Das ist Ablenkung von der eigenen Rolle. Und zur Frage, ob sie Bas nachfolgen will, sagt dieselbe Schwesig, die im August noch fünf weitere Jahre in Schwerin versprach, heute nur noch: Die Koalitionsgespräche hätten Vorrang. Das ist kein Nein. Das ist ein Platzhalter.

Freiwild Weidel

Und jetzt die Gegenprobe. Alice Weidel wurde 2017 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen „Nazi-Schlampe“ genannt, von einem Moderator der NDR-Satire extra 3. Ein Gericht fand das zulässig. Satire. Wo war damals die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen? Wo war die Empörung über ein Schimpfwort, das Frauen seit Jahrhunderten klein machen soll? Nirgends. Bis heute gehört Weidels Privatleben zum Standardrepertoire: Ihre Beziehung wird ihr als Widerspruch vorgehalten, als hätte eine Frau sich für ihre Partnerin zu rechtfertigen.

Man muss Weidel nicht mögen. Man darf jede ihrer Positionen bekämpfen, scharf und ohne Rücksicht. Aber wer „Schlampe“ durchgehen lässt und bei „zu spät geliefert“ Sexismus ruft, hat keinen Maßstab. Er hat ein Parteibuch. Als Ricarda Lang wegen ihrer Figur verhöhnt wurde, stand die halbe Republik zu Recht vor ihr. Für Weidel steht niemand. Genau daran erkennt man, dass es den Frauenschützerinnen nicht um Frauen geht. Es geht um die eigenen.

Ein Maßstab oder keiner

Sexismus gibt es, und er ist widerlich. Bärbel Bas hat selbst beschrieben, was ihr im Netz entgegenschlägt: kein Argument, sondern Hass bis hin zu Vergewaltigungsfantasien. Wer so etwas ernst nimmt, darf das Wort nicht für verspätete Gesetzentwürfe verschleudern. Denn wenn jede Kritik Sexismus ist, ist es am Ende keine mehr. Und die echten Täter verschwinden hinter dem Lärm.

Deshalb gilt: Kritik an Schwesig ist Kritik an einer Ministerpräsidentin. Kritik an Weidel ist Kritik an einer Oppositionsführerin. Beschimpfung ist Beschimpfung, egal welches Parteibuch das Opfer hat. Wer Frauen mit Macht vor persönlichen Angriffen schützen will, fängt bei der Frau an, die er am wenigsten mag. Alles andere ist nicht Feminismus. Es ist Parteischutz mit Gendersternchen.

Der KI-Faktencheck

Stimmig

Fazit: Die geprüften Zitate, Personalangaben und Wahldaten sind belegt. Auf dieser Tatsachengrundlage kann man die Sache so sehen wie der Autor. Eine andere Sichtweise betont den Schutz von Politikerinnen vor persönlichen Angriffen und unterscheidet diesen von sachlicher Kritik.

Details anzeigen: 6 geprüfte Aussagen, Quellen und EinordnungDetails ausblenden

Daten und Fakten geprüft

  • Bestätigt:

    SPD-Frauen-Vorsitzende Carmen Wegge warf der Union am Veröffentlichungswochenende „Sexismus mit System“ und Angst vor starken SPD-Frauen vor. Bestätigt

    Die dpa-Meldung vom 18. Oktober 2026 dokumentiert beide Aussagen und bezeichnet Wegge als Bundesvorsitzende der SPD-Frauen. Anlass waren Angriffe von CDU-Politikern auf Schwesig. Quelle: focus.de

  • Bestätigt:

    Bärbel Bas trat als Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzende zurück und verwies auf die Trauer um ihre Stieftochter. Bestätigt

    In ihrer am 12. Oktober 2026 veröffentlichten Erklärung kündigte Bas die Aufgabe beider Ämter an. Sie begründete dies mit benötigter Trauerzeit und der Belastung durch öffentliche Angriffe. Quelle: deutschlandfunk.de

  • Bestätigt:

    Schwesig bezeichnete die Attacken der CDU auf Bas als „unmenschlich und rücksichtslos“; Merz wies ihre Kritik zurück. Bestätigt

    ZDFheute dokumentiert Schwesigs Wortlaut vom 12. Oktober 2026 und ihre anschließende persönliche Kritik an Merz. Dieser erklärte, mit Bas ausschließlich über Sachfragen und niemals persönlich gestritten zu haben. Quelle: zdfheute.de

  • Bestätigt:

    Die SPD-Frauen verlangten, das Arbeitsministerium nach Bas erneut mit einer Frau zu besetzen. Bestätigt

    Dem RND lag eine entsprechende Erklärung von Carmen Wegge und Ulrike Häfner vor. Darin forderten sie ausdrücklich eine weibliche Nachbesetzung und verwiesen auf geeignete, mit den Gesetzgebungsverfahren vertraute Politikerinnen. Quelle: rnd.de

  • Bestätigt:

    Schwesigs SPD erreichte bei der Landtagswahl am 20. September 2026 in Mecklenburg-Vorpommern 35,5 Prozent. Bestätigt

    Die Bundeswahlleiterin weist für die SPD 360.396 Zweitstimmen beziehungsweise 35,5 Prozent aus. Auch das Wahldatum 20. September 2026 stimmt. Quelle: bundeswahlleiterin.de

  • Bestätigt:

    Alice Weidel wurde 2017 bei „extra 3“ als „Nazi-Schlampe“ bezeichnet; ein Gericht ließ dies als Satire zu. Bestätigt

    Christian Ehring verwendete die Bezeichnung am 27. April 2017. Das Landgericht Hamburg lehnte am 11. Mai 2017 Weidels Unterlassungsantrag ab, weil die Äußerung im konkreten Sendungskontext als Satire von der Meinungsfreiheit gedeckt war. Quelle: ndr.de

Andere Sichtweisen

In der öffentlichen Debatte betonen die SPD-Frauen geschlechtsspezifische persönliche Angriffe auf Politikerinnen; Vertreter der Union verweisen auf die Berechtigung sachlicher Kritik an Regierungsarbeit. Beim Streit um Weidels Behandlung steht außerdem die Reichweite der Satirefreiheit im jeweiligen Äußerungskontext zur Diskussion.

Machart

Der Text ist ein politischer Kommentar. Er entwickelt seine Argumentation anhand aktueller Äußerungen zum Rücktritt von Bärbel Bas, der politischen Rolle Manuela Schwesigs und eines früheren Satireverfahrens um Alice Weidel.

Automatisch erstellt von einer KI mit Websuche am 18. Oktober 2026. Der Check kann Fehler enthalten und ersetzt keine redaktionelle Prüfung. Meinungen und Wertungen werden nicht als richtig oder falsch bewertet. So prüfen wir

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