Die Moral-Sonderfahrt ins Aus: Wie deutsche Konzerne lieber Haltung zeigen als Autos verkaufen
Deutschland, einst das stolze Herkunftsland von Erfindergeist, Spaltmaßen und Ingenieurskunst. „Made in Germany“ war weltweit das Siegel für unschlagbare Qualität. Doch während in China hochmoderne Elektro-Flitzer vom Band rollen und US-Konzerne den Software-Markt abräumen, hat die deutsche Spitzenindustrie ein ganz neues, bahnbrechendes Geschäftsfeld für sich entdeckt: Moralunterricht.
Wer braucht schon wettbewerbsfähige Preise, funktionierende Batterietechnologie oder kundenfreundliche Argumente, wenn man stattdessen mit geschwellter Brust politische Haltung vor sich her tragen kann? Der ultimative Crash-Test für die deutsche Wirtschaft findet derzeit nicht auf den Teststrecken von Nardò oder dem Nürburgring statt, sondern in den Vorstandsetagen. Und dort lautet das Motto offensichtlich: Wirtschaftlicher Selbstmord im Haltungs-Modus!
Wenn Autos bauen Nebensache wird
Man muss sich die Realsatire auf der Zunge zergehen lassen. Die Auftragsbücher schrumpfen, Standorte stehen vor dem Aus, und die internationale Konkurrenz zieht mit schallendem Gelächter an deutschen Traditionsmarken vorbei. Doch anstatt Tag und Nacht darüber zu brüten, wie man Autos baut, die auf dem Weltmarkt bestehen, verbringen Top-Manager ihre Zeit lieber damit, ideologische Brandmauern gegen die eigene Kundschaft zu errichten.
Jüngstes Kapitel im Lehrbuch für gepflegte Doppelmoral: Der Umgang mit politisch Missliebigen. Wenn etwa Traditonsmarken wie BMW plötzlich Dienstwagen-Leasingverträge stoppen oder stornieren, sobald ein demokratisch gewählter Amtsträger das falschen Parteibuch hat – in diesem Fall die AfD –, dann geht es längst nicht mehr um Unternehmenswerte. Es geht um betreutes Kaufen.
Die botschaftsbesessenen Marketingstrategen scheinen zu vergessen: Ein Auto rollt mit vier Rädern, nicht mit Parteibüchern. Wer dem Kunden vor dem Autokauf erst einmal einen Gesinnungstest auferlegt oder Millionen Wählern signalisiert, dass ihr Geld im Konzern eigentlich gar nicht erwünscht ist, betreibt kein Risiko-Management – er betreibt geschäftlichen Amoklauf.
Die Erzieher der Nation
Es ist eine beispiellose Belehrungsmutwille gekippt in kaufmännischen Irrsinn. Früher galt der eiserne Grundsatz: Der Kunde ist König. Heute gilt in den Führungsetagen der DAX-Konzerne eher: Der Kunde ist ein potenzieller Abweichler, den wir erst einmal auf Linie erziehen müssen.
Man stellt sich die Frage: Wo endet diese Logik eigentlich? Werden an den Zapfsäulen und Ladesäulen demnächst Parteibücher kontrolliert? Bekommt man die Winterreifen künftig nur noch ausgehändigt, wenn man eine eidesstattliche Erklärung gegen rechts unterschreibt?
Die Heuchelei ist dabei kaum zu überbieten. Dieselben Konzerne, die im Inland mit erhobenem Zeigefinger Moralpredigten halten und peinlich genau darauf achten, bloß keine falsche Meinung zu tolerieren, machen im Ausland völlig problemlos Geschäfte mit lupenreinen Autokratien. Da wird vor Regimen, die Menschenrechte mit Füßen treten, freundlich gelächelt und gezeichnet. Doch dem heimischen Kunden, der bei der letzten Wahl das „falsche“ Kreuzchen gemacht hat, verweigert man den Schlüssel für den Mittelklasse-Wagen. Das ist Realsatire in Reinkultur.
Der Bumerang fliegt bereits
Was die Haltungs-Elite in den Vorstandssesseln verdrängt: Der Markt lässt sich von PR-Kampagnen nicht auf Dauer austricksen. Kunden in aller Welt – und eben auch in Deutschland – scheren sich nicht um die moralischen Bekenntnisse von Managern, sondern um Preis, Leistung und Qualität.
Während deutsche Autobauer fleißig Haltungsnoten verteilen, greift die Kundschaft schlichtweg woanders zu. Asiatische und amerikanische Hersteller fragen nicht nach der politischen Gesinnung ihrer Käufer. Sie liefern einfach Autos.
Die deutsche Autoindustrie tanzt auf dem Vulkan und wähnt sich auf dem moralischen Olymp. Wenn der Motor der deutschen Wirtschaft erst einmal endgültig abgewürgt ist, nutzt auch die beste Brandmauer nichts mehr. Denn auf einem Trümmerfeld baut man keine Zukunft – man bleibt bloß auf seinen unverkauften Autos sitzen.



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